Nahrungsergänzung

Mangan – Motor bestimmter Enzyme und Teilhaber wichtiger Prozesse 

Das Element Mangan besitzt eine hohe biologische Bedeutung als Bestandteil verschiedener Enzyme und Akteur unterschiedlicher Prozesse im Körper. Daneben ist Mangan für den gesunden Aufbau des Knorpel- und Bindegewebes und der Knochen wichtig.

Bereits 1774 wurde Mangan von schwedischen Forschern als wesentliches Spurenelement für die Bildung verschiedener Enzyme im menschlichen Körper entdeckt, der ca. 10 bis 40 mg Mangan enthält. Allein 40 % des Mangans befinden sich in den Knochen, 60 % in den Muskeln, den Nieren, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und den Haarpigmenten.

Das multifunktionale Mangan 

Im menschlichen Körper ist Mangan insbesondere am Aufbau des Bindegewebes über die Verbindung von Proteoglykanen (Chondroitinsulfat) in Knorpel- und Knochengeweben beteiligt. Mangan ist mitverantwortlich für den Abbau von Aminosäuren und Fetten. Außerdem braucht der Körper Mangan sowohl für die Insulinsekretion und -synthese als auch für den Aufbau von Harnstoff. Ebenso ist die Beteiligung von Mangan an der Herstellung von Dopamin (Neurotransmitter) und Melanin (Pigmente) nachgewiesen. Eine Reihe an Enzymen wird durch Mangan aktiviert. Zum einen kann es als Antioxidationsmittel wirken (Mn-Superoxiddismutase), zum anderen trägt es zur Verwertung des Vitamins B1 (Phosphatase) bei. Auch für die Glukoneogenese ist Mangan von Bedeutung.

Lebensmittel mit Manganbestandteilen

Alle Milchprodukte sowie Fleisch und Fisch besitzen wenig Mangan. In 100 g Tee sind je nach Sorte bis zu 70 mg Mangan zu finden, dennoch kann unser Körper diese Substanz nicht gut aufnehmen. Besonders reich an Mangan sind folgende pflanzliche Lebensmittel: Reis, Hülsenfrüchte, Getreide, Spinat, Lauch, Kopfsalat.  

Täglicher Manganbedarf

Die tatsächliche Aufnahme an Mangan bezieht sich auf einen Schätzwert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. und orthomolekulare Therapeuten, z. B. der US-Amerikaner Werbach, empfehlen einen täglichen Manganbedarf für Kinder ab 7 Jahren, Jugendliche und Erwachsene von 2 bis 5 mg Mangan.  

Einblick in den täglichen Ernährungsbedarf an Mangan

Normalerweise wird der tägliche Manganbedarf durch eine Balance in der vielfältigen Ernährung gedeckt. Die Manganzufuhr bei einer guten Mischung an Nahrungsmitteln wird pro Tag auf 3 bis 4 mg geschätzt, wobei nicht alles vom Körper aufgenommen wird. Bei Frauen geht man von ca. 2,4 mg und bei Männern von ca. 2,7 mg Mangan durchschnittlicher Tagesproportion aus. Das beruhigt die Ernährungswissenschaftler, denn somit kann man weder von Mangel noch von Überdosierung bei Mangan sprechen. Die mangelhafte Verwertung des Mangans bereitet hingegen Kopfschmerzen, denn diverse Stoffe behindern die Resorption, z. B. Eisen, Phosphat und Kalzium. Citrat und Histidin sind allerdings als fördernde Stoffe bekannt. In Glukonat bzw. Chelat wird organisch gebundenes Mangan grundsätzlich viel besser als in Mangansulfat verwertet. Wissenschaftler nehmen an, dass es bei bestimmten Krankheitsbildern oder einer permanent einseitigen Ernährungsart zu Mangelerscheinungen an Mangan kommt und daher ein höherer Bedarf existiert.

Übersicht einiger typischer Situationen für eine mögliche Unterversorgung an Mangan

  • überdurchschnittlicher Alkoholkonsum
  • erhöhte Stressmomente
  • psychische Krankheiten
  • schwerpunktmäßige Ernährung durch raffinierte Kohlenhydrate
  • hohe Dosierung von Eisenergänzung
  • überwiegende Nahrungsaufnahme von Fertigprodukten

Auswirkungen bei fehlendem oder überdimensioniertem Mangan im Körper 

Eine bewusst gewählte balancierte Ernährung führt normalerweise nicht zu einem Manganmangel. Ein Mangandefizit entsteht möglicherweise durch eine kontinuierliche Einseitigkeit der Essgewohnheiten oder z. B. auch durch oxidative Belastungen.

Nur allzu selten werden Manganmangelerscheinungen konstatiert. Tierstudien brachten ans Licht, dass die Tiere in den Experimenten z. T. ein mangelhaft ausgebildetes Knochengewebe hatten oder in ihrem Wachstum eingeschränkt waren. Werbach entdeckte innerhalb seiner Untersuchungen, dass bestimmte Störungen mit dem Defizit an Mangan einhergehen können. In diesem Zusammenhang nennt er folgende Auswirkungen: Hörverlust und Tinnitus, Muskelschwäche, Störungen in der Bauchspeicheldrüse, Glukoseintoleranz, Hypercholesterinämie und Atherosklerose. Ebenso wird davon ausgegangen, dass das Fehlen von Mangan im menschlichen Körper sowohl das Gesamtcholesterin als auch das HDL-Cholesterin senkt. Als Folge davon kann es zu einer Fettleber kommen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Insulinbildung gestört wird und daraus eine Verminderung der körpereigenen Kontrollfunktion des Blutzuckers erfolgt, was wiederum zur Glukoseintoleranz führen kann. Weitere Auswirkungen können Gewichtsverlust und Appetitmangel sein. Als typisch für einen Manganmangel sind die negativen Folgen für die Zusammensetzung des Knorpel- und Knochengewebes anzusehen. Ebenso konnten Hautschädigungen und Beeinträchtigungen an Nägeln und Haaren beobachtet werden. Permanenter Manganmangel kann für einen Mensch oxidativen Stress verstärken und eine Anfälligkeit bei freien Radikalen bedeuten. Bei psychischen Erkrankungen, wie z. B. bei Demenz, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen, vermutet Werbach ein Mangandefizit. 

Eine Unterversorgung durch Mangan kann mit Hilfe einer Blutanalyse eindeutig festgestellt werden.

Gefahr der Überdosierung? Angst vor Nebenwirkungen?

Die Aufnahme von Mangan durch unsere Lebensmittel ist ungefährlich und bedarf keiner speziellen Beobachtung. Selbst bei einer Ergänzung bis zu 50 mg pro Tag wurden bei gesunden erwachsenen Personen keine Beeinträchtigungen oder Nebenwirkungen erkannt. Menschen, die aufgrund ihres Berufes bei industriellen Verarbeitungsprozessen mit Manganoxidstaub in Berührung kommen, können ein größeres Risiko in Bezug auf unerwünschte, negative Folgen haben, die sich z. B. in Koordinationsverlust, aggressivem Verhalten, extremer Erregbarkeit und weiteren Symptomen äußern, die der Krankheit Parkinson ähneln.

Prophylaxe durch Mangan?

Prophylaktische Maßnahmen sind im Allgemeinen nicht vonnöten. Weisen die auf dem Nahrungsmittelergänzungsmarkt erhältlichen Multipräparate Mangan auf, so ist die Dosis ziemlich niedrig und liegt häufig unter dem durchschnittlichen Tagesbedarf. Es bleibt festzuhalten, dass die Verwendung von Mangan überwiegend im medizinischen Bereich anzutreffen ist und nur durch ärztliche Anordnung und therapeutische Zwecke erfolgen soll.

Quellen:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mangan-und-die-ernaehrung-reicht-46588
https://gelenkexperten.com/arthrosemittel/mangan/
https://infothek-gesundheit.de/mangan-manganmangel/

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